Nematoden der Luzerne

Nematoden werden bei Luzerne in der Regel nicht als schwerwiegende Schädlinge angesehen, können aber den Bestand und damit die Produktion verringern. Die von Nematoden verursachten Läsionen schaffen außerdem Eintrittspforten für Folgekrankheiten wie Bakterienwelke oder Fusariose. Es gibt drei Gruppen der am häufigsten vorkommenden Nematoden bei Luzerne:

Wurzelgallennematoden

Meloidogyne hapla (und Meloidogyne chitwoodi in geringerem Umfang) können als Parasiten im Wurzelgewebe von Luzerne leben. Sie entwickeln kleine ovale Gallen und es kommt zu übermäßigen Verzweigungen an den Wurzeln. Die Gallen mögen wie stickstofffixierende Wurzelknöllchen aussehen, können aber unterschieden werden, da gesunde Knöllchen normalerweise rosa gefärbt sind.

 

Eine schwere Infektion mit Wurzelgallennematoden kann zu Wachstumsstörungen führen. Darüber hinaus sind infizierte Pflanzen anfälliger für Infektionskrankheiten.

 

Da Nematoden mit dem Saatgut eingeschleppt werden können, ist die beste Vorbeugung die Verwendung von sauberem, nematodenfreien Saatgut. Die beste Methode, um Wurzelgallennematoden zu bekämpfen, ist die Nutzung resistenter Sorten. Hochresistente Sorten zeigen fast keine Anfälligkeit. Bei der Fruchtfolge wird empfohlen, mit Getreide zu wechseln, wenn bekannt ist, dass Wurzelgallennematoden auf dem Feld vorhanden sind. Da viele Unkräuter Wirte für Meloidogyne hapla sind, ist auch die Unkrautbekämpfung ein wichtiger Aspekt.

Stängelnematoden

Ditylenchus dipsaci kann ein zerstörerischer Schädling sein, insbesondere in Gebieten mit höheren Niederschlägen bei kaltem Wetter. Eine Infektion mit Stängelnematoden führt dazu, dass die Pflanzenbasis geschwollen und aufgeraut ist. Geschwollene Hilfsknospen und verkürzte Internodien sind deutlich sichtbare Symptome. Infizierte Stängel können schwarz werden und brechen leicht ab. Bei einem schweren Befall kann es zu einer Weißfärbung („white flagging“) von Blättern und Stängeln kommen: dem Aufwuchs nach dem Schnitt fehlt jegliche grüne Farbe und es erscheinen vollständig weiße Blätter auf mehreren Pflanzen auf einem Feld.

 

Die Verwendung resistenter Sorten ist die praktischste Methode zur Bekämpfung von Stängelnematoden. Es gibt enorme Unterschiede zwischen Luzernensorten bezüglich ihrer Infektionsrate. Hochresistente Sorten weisen eine Resistenz von mehr als 75 % auf, während anfällige Sorten möglicherweise nur eine Resistenz von 20 % aufweisen.  

    

 

Wurzelnematoden

Pratylenchus penetrans ist ein wandernder Pflanzenparasit, der sich in die Wurzeln bohrt und Pflanzenzellen schädigt. Ein starker Befall kann das Wachstum der Luzerne verringern. Schäden sind schwer einzuschätzen, da keine eindeutigen oberirdischen Symptome festgestellt werden können, sondern nur Nebenwirkungen wie Wachstumsstörungen oder Nährstoffmängel sichtbar sind. Eine Infektion mit Fusariose oder eine verminderte Kältetoleranz kann ein Hinweis auf einen Befall mit Wurzelnematoden sein. Normalerweise muss eine Boden- und Wurzelprobe von einem Labor analysiert werden, um eine Infektion nachzuweisen.

 

Über Resistenzunterschiede zwischen verschiedenen Luzernensorten ist nur sehr wenig bekannt.  Daher werden eine langfristige Fruchtfolge und die Verwendung der richtigen Zwischenfrüchte zur Bekämpfung von Nematoden empfohlen, wenn Luzerne in Betrieben angebaut wird, in denen Wurzelnematoden vorkommen.

 

Eine typische Nematodeninfektion ist auf den Feldern an Stellen mit infizierten oder toten Pflanzen zu erkennen. Die Infektion breitet sich von den Rändern der Stelle auf das gesamte Feld aus. Eine frühzeitige Bekämpfung kann durch Verbrennung von Pflanzen oder Begasung des Bodens effektiv sein.

Nematodenresistent

Bei der Luzerne ist die Anfälligkeit für Nematoden weitgehend genetisch bedingt. Deshalb werden alle unsere Luzernensorten in einem frühen Stadium unserer Zuchtprogramme auf ihre Anfälligkeit für Nematoden getestet. Dies hat zu vielen Sorten mit ausgezeichneter Nematodenresistenz geführt. Die Nematodenresistenz der Barenbrug-Sorten wird auch durch offizielle Studien in Nordfrankreich bestätigt. Beispiele für nematodenresistente Sorten sind: Alexis und Artemis.

Sorten mit ausgezeichneter Nematodenresistenz

zurück